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12. Tag - Glen Hills und ein Opossum

10. Sept. 2023
2 Min. Lesezeit

Seitdem ich in Milwaukee bei meiner Gastfamilie, den Wagners bin, stehe ich jeden Morgen bereits im 5.20 Uhr auf, um nur wenig später auf das Rennrad zu steigen und zum Sonnenaufgang den Kreislauf in Schwung zu bringen. Natürlich nicht alleine, sondern mit Herrn Wagners Sohn John. Bereits in den letzten Tagen haben wir Hasen und Reiher gesehen, doch heute morgen läuft mir ein Opossum direkt vor den Vorderreifen. Ich kann gerade noch bremsen. Wenn der Tag bereits so startet ... Ein tolles Erlebnis! Danach noch schnell unter die Dusche und dann fahren wir ausnahmsweise mit dem Auto an der Nicolet Highschool vorbei nach Glen Hills, wo wir heute die Middle School besuchen. Im amerikanischen Bildungssystem unterscheidet man zwischen einer Mittel- und Oberschule, anders als in Deutschland. Herr Wagner arbeitet an zwei Dritteln an der Nicolet und mit dem restlichen Deputat an der Glen Hills High School, um dort möglichst viele Schüler für das Deutsche zu gewinnen, da sonst der Deutschzweig an der Nicolet Highschool nicht genügend Nachwuchs bekommen würde. Die Schule liegt in der Nachbargemeinde, dessen Häuser größere Grundstücke haben, die Menschen jedoch mehr down to earth sind. Die Schule ist im Vergleich zur Nicolet nur halb so groß, besitzt aber auch mehrere Sicherheitstüren, die man erst öffnen lassen muss, um in das Innere der Schule zu kommen. Zur Rechten gelangt man direkt ins gläserne Sekretariat, etwas weiter direkt in die Assembly Hall, die auch als Cafeteria benutzt wird. Nimmt man die linke Abzweigung, gelangt man in die riesige Bibliothek von der aus die Klassenzimmer zu erreichen sind. Die Schule wirkt sehr aufgeräumt, ist farblich ansprechend gestaltet und hat einen unglaublich großen Außenbereich. Die Schüler des Leo treffen hier auf künftige Gapper, die gerade mit dem Deutschlernen begonnen haben. Auch wenn man von Anfang an von den meist älteren Deutschen etwas eingeschüchtert ist, wird das Eis schnell gebrochen und man tauscht sich aus. Wir bekommen sogar eine Schulführung von den Schülern und machen mehrere Spiele, mit denen spielerisch Deutsch gelernt wird und für den Austausch geworben wird. Die Zeit vergeht unglaublich schnell, so dass wir gegen elf Uhr bereits wieder von Glen Hills aufbrechen ... Und zwar in einem typisch gelben Schulbus. Das Ziel ist das Harley Davidson Museum in Milwaukee, wo wir neben vielen Unikaten die komplette Geschichte der legendären Motorradfabrik kennenlernen dürfen. Highlight ist sicherlich, dass wir auch auf mehreren Maschinen Platz nehmen dürfen und uns an vielen interaktiven Stationen ausleben können. Einem Schüler gefällt das Museum so gut, dass wir ihn persönlich aus dem Museum loseisen müssen 🤭. Zu Mittag essen wir Mexikanisch: Tacos, Burritos und Co. Auch das ist typisch USA. Ohne rudimentäre Spanischkenntnisse kommen wir in dem Stadtviertel des Lokals nicht weiter - das merken wir schnell. Es gibt viele Hispanics hier und sogar einen großen mexikanischen Supermarkt mit Piniatas, exotischen Früchten und allerlei Spezialitäten. Churros versüßen uns auf der Fahrt zurück noch die Zeit. Um nach Glendale zu kommen müssen wir durch Bronzeville fahren, ein Stadtviertel, das viele Probleme hat und für seine hohe Kriminalität bekannt ist. Damit ist es das krasse Gegenteil zu Glendale, wo es keine heruntergekommene Häuser, Obdachlose und vermüllte Straßen gibt. Das führt uns wieder einmal vor Augen, wie gut es uns geht und unseren Nicoletgastfamilien.


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