top of page

Tag 1 - USA wir kommen

  • 29. Aug. 2023
  • 3 Min. Lesezeit

Schon seit Wochen fiebern wir, das heißt 17 Schüler des Gymnasiums Leopoldinum und ihre zwei Begleitlehrkräfte, Frau Münster und Herr Schiering, dem 28. August entgegen, denn heute heißt es: USA wir kommen!

Die Wecker in vielen Passauer Wohnungen schellen deshalb an diesem Tag bereits gegen vier Uhr, denn nur eine Stunde später treffen wir uns an der Donaulände in Passau, um gemeinsam den Bus zum Flughafen München bei nasskaltem Regenwetter zu besteigen. Am Flughafen eingecheckt machen sich fast alle Reiseteilnehmer auf zu Gate K5, wo sie ihren Flug Richtung Kopenhagen antreten. Hier vereint sich die Reisegruppe auch wieder. In der Zwischenzeit machen die Schüler die Lounge des modernen Kopenhagener Flughafens unsicher, gehen in einem der vielen Tax Free Shops einkaufen oder stärken sich für die anstehende Atlantiküberquerung in einem der zahlreichen stylischen Restaurants oder an den vielen Verkaufsständen. Auch wenn wir heute knapp fünf Stunden Aufenthalt in Dänemark haben, das uns übrigens mit strahlender Sonne begrüßt und nicht mit strömenden Regen wie in München, vergeht die Zeit relativ schnell. Gegen vier Uhr am Nachmittag ist es dann auch soweit: der Flug SK943 von Kopenhagen nach Chicago O’Hare wird aufgerufen.

Bevor wir das Flugzeug jedoch boarden können, müssen wir noch einmal durch die Passkontrolle, bestätigen, dass wir das Gepäck selbst gepackt haben und dann geht es auch schon los, voller Vorfreunde und Aufregung, welche Abenteuer und neue Erfahrungen auf uns warten werden. Die Plätze an Board des Airbus A330-300 sind schnell gefunden, das Handgepäck verstaut und dann heben wir – leider wieder mit Verspätung - ab, erhaschen beim Aufstieg des Fliegers noch einen fantastischen Blick über Dänemarks Hauptstadt und die vorgelagerte Küste und verlassen zusehends das europäische Festland. Neun Stunden Flugzeit liegen vor uns: über Island, Grönland und den Osten Kanadas. Wir sehen Eisberge, schroffe Küsten und sich im Minutentakt verändernde Wolkenformaltionen.

Zu meiner Überraschung habe ich direkt am Notausgang einen Fensterplatz bekommen, so dass die Beine komplett ausgestreckt werden können; das ist schon fast Luxus und gilt nicht für alle Reiseteilnehmer. Aber alle sind “well prepared” und bringen nun ihre mitgebrachten Nackenhörnchen und Kissen zum Einsatz, um sich den Flug so gemütlich wie möglich zu machen. Das Bordprogramm sorgt nebenbei mit den neuesten Filmen und Serien für etwas Abwechslung. Spätestens nach dem servierten Abendessen wird es ruhiger im Flugzeug. Die Lichter werden gedimmt und die ersten Passagiere nutzen die Zeit zu einem Nickerchen, auch die Schüler, die merklich stiller warden; aber auch wir Lehrkräfte sind müde. Eine Mütze Schlaf ist auch dringend nötig, denn die Ankunft in Chicago ist zwar am späten Nachmittag amerikanischer Zeit anvisiert, diese entspricht aber durch die Zeitumstellung halb zwei nachts und damit sind wir noch nicht am Ziel des Tages: das heißt Independence, Ohio. Eine Kleine Vorstadt der Metropole Cleveland, die wir nach weiteren knapp fünf Stunden Busfahrt und einem Zwischenstop mit 7Eleven und Burger King, gegen zwei Uhr Ortzeit erreichen. Bevor wir aber überhaupt den nigelnagelneuen Bus unserer amerikanischen Reisegesellschaft Lamers in Chicago, die u.a. auch für das NFL-Team aus Green Bay fahren, besteigen können, müssen wir noch durch die Immigration Control, die für die meisten Schüler eine ganz neue Erfahrung ist. Zum Glück gibt es aber keine Probleme mit falsch ausgefüllten ESTA-Formularen oder dem Customszettel, so dass wir schon wenig später unsere Stempen und alle unsere Koffer in Empfang nehmen können. Ein großer Erfolg, nachdem in den vergangenen Tagen mehr als zehntausend Koffer in München nicht abgefertigt wurden.

Dean, unser erfahrene Busfahrer begrüßt uns schon kurze Zeit später in den Abendstunden direkt außerhalb des Arrival-Bereichs, verlädt unsere zahlreichen bunten Koffer und dann geht’s los: mit W- Lan und komfortablen Sitzen versorgt von Illinois über Indiana nach Ohio zu unserer Unterkunft, dem

Comfort Inn. Auf dem Trip dorthin spotten wir in den letzten Abendstunden die typischen amerikanischen Silhouetten, sehen hunderte amerikanischer Trucks an uns vorbeiziehen und stimmen uns mit den Bildern und ersten Eindrücken gleich für die kommenden Tage ein.

Jetzt geht es aber erst einmal ab ins Bett, denn wir sind hundemüde.


Kommentare

Mit 0 von 5 Sternen bewertet.
Noch keine Ratings

Rating hinzufügen
bottom of page