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Tag 16 - Farewell Party

14. Sept. 2023
3 Min. Lesezeit

Obwohl es uns allen vorkommt, als ob wir erst vor wenigen Tagen in Milwaukee angekommen sind, wird es langsam aber sicher Zeit Tschüss zu sagen, denn unsere Zeit hier in Glendale neigt sich mit dem morgigen Tag dem Ende entgegen.

Deshalb genieße ich meine morgendliche Rennradrunde noch einmal in vollen Zügen, bevor ich mich fertig mache, um in die Schule zu fahren. Auf unserem Stundenplan haben wir heute viele Fächer, die es bei uns nicht gibt: zum Beispiel in der erste Stunde. Hier empfängt uns Frau Anderle, eine Theaterlehrerin der Nicolet Highschool, die mit uns spielerisch erkundet, welchen Einfluss non-verbale Kommunikation hat. Ich bin beeindruckt mit welch scheinbar einfachen Mitteln die Schüler hier wichtige Dinge für den Schulalltagg mitnehmen können. Sie erzählt uns, dass die Schüler viele zusätzliche Kurse zu ihren alltäglichen Fächern wählen können – ein gravierender Unterschied zu Deutschland, wo die Fächer und die Curricula vorgeschrieben sind. Auch sind in Nicolet die Voraussetzungen für Theateraufführungen nicht vergleichbar mit Passauer Verhältnissen. Die Schule verfügt über ein professionell ausgestattetes Theater mit großer Requisite, professionellen Umkleiden und Platz für 750 Zuschauer. Diese können pro Schuljahr fünf Stücke besuchen, in denen die Schüler teils sogar selbst Regie führen dürfen. Danach können wir eine weitere Deutschklasse von Herrn Wagner kennenlernen, bevor wir mit der Lehrerin Frau von Bibber die nigelnagel neuen Sportstätten der Schule – inclusive eigenem Wald und Zugang zum Fluss Milwaukee - sehen. Hier können die Schüler zum Beispiel während der PE (Physical Education) Klassen Kajak fahren, im Wald joggen oder diversen Ballsportarten nachgehen. Auch im Inneren der Schule warten brandneue Sportstätten auf uns: mehrere Turnhallen mit Parkettböden und großen Zuschauertribünen, ein American Footballfield, ein Soccerstadium und sogar eine eigene Schwimmhalle gibt es. Noch mehr ins Staunen kommen wir, als wir von Dr Kabara, dem Schulleiter der Nicolet Highschool, eine Schulhausführung bekommen, wo wir auch in die Trakte der Schule vorstoßen, die gerade noch für viel Geld renoviert werden. Wenn alles fertig ist verfügt die Schule nicht nur über einen riesigen Kunsttrakt mit sämtlichen künstlerischen Möglichkeiten sondern auch über einen Musiktrakt, indem es mehrere Tonstudios und Medialabs gibt sowie einen Hauswirtschaftsbereich mit einer professionell ausgestatteten Küche. Diese Bereiche bieten den Schülern die Möglichkeit bereits während der Schulzeit in unterschiedliche Bereiche einzutauchen, die sie interessieren. Was für Möglichkeiten! Zum Abschluss der Tour bekommen wir noch ein Schulessen gesponsort: vielen lieben Dank dafür.

Nach der kurzen Mittagspause in der Cafeteria laufen wir in den D-Flügel der Schule, wo Frau Zeimentz und mehrere ihrer Schüler bereits auf uns warten. Es sind alles People of Color, mit denen wir ins Gespräch kommen und die uns bereitwillig alle unsere Fragen beantworten: beispielsweise welche Berufswünsche sie haben oder welche Rolle ihre Hautfarbe im Schulalltag spielt. Neben all den Stunden die wir haben, bleibt noch genügend Zeit unsere Farewell-Party am Abend vorzubereiten und eine Kunststunde zu besuchen, in der Töpferei der Schule.

Nach acht Stunden geht auch dieser Schultag dem Ende entgegen – wobei das so nicht hundert prozentig stimmt, denn am Abend sehen wir uns alle wieder in der der Cafeteria der Schule, wo wir gemeinsam mit den Gastschülern und deren Eltern eine Abschiedsparty feiern. Schnell kommen wir bei Roastbeef und Pulled Pork mit den Host Families in Kontakt die uns bereitwillig von ihren positiven Erfahrungen während und durch den Austausch berichten. Toll zu hören, welche Früchte der Austausch bereits trägt zu diesem Zeitpunkt, wenn man bedenkt, dass sich manche Matches erst seit wenigen Tagen kennen! Die Leopoldiner gestalten nach dem Essen noch ein kleines Abendprogramm, um ihren Gasteltern und Schülern z.B. zu zeigen, was sie alles auf der Reise gesehen haben oder welche Bande geknüpft worden sind. Auch wenn die Stimmung ausgelassen und fröhlich ist, liegt bereits eine gewisse Wehmut in der Luft, denn uns allen ins bewusst, dass morgen der große Abschied naht und wir zu unserer finalen Etappe nach Chicago aufbrechen.


 
 
 

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