top of page

Tag 5 - Von Michigan nach Indiana

  • 3. Sept. 2023
  • 3 Min. Lesezeit

Gegen acht Uhr verlassen wir heute unsere Unterkunft in Dearborn, Detroit und fahren in Richtung Lake Michigan, wo wir in der Stadt Saugatuck unseren fahrbaren Untersatz wechseln und in zwei große, umgebaute Trucks steigen, um die Sanddünen des Saugatuck State Parks unsicher zu machen. Der Fahrer warnt uns bereits vor der Fahrt, dass wir unsere Cappies und Handys sicher verstauen sollen während der Fahrt. Nur wenige Minuten später wissen wir was er damit meint. Er düst sandige Pisten entlang und bringt uns zum höchsten Punkt der meist bewaldeten Dünen, von denen man einen tollen Ausblick genießen kann, sogar direkt auf den Michigansee. Aufgrund der großen Waldbrände in Kanada war die Sicht von hier aus in den vergangenen Wochen meist getrübt und die Luft rauchig, aber wir haben Glück und können sogar mehrere weit entfernte Segelschiffe auf dem See erkennen. Die Fahrt weckt auch diejenigen auf, die im Bus ihr Schlafdefizit wieder aufzuholen versuchen. Mittags essen wir in einem typischen amerikanischen Imbiss, der direkt am Strassenrand steht, wo wir uns Lunch bestellen. Das Dairy Dayz gehört zu keiner Restaurantkette, wie die großen Player auf dem Markt – dennoch ist die Auswahl groß: diverse Pommes mit Saucen, Corned & Hot Dogs, Eis, Slushi, Sundaes ... Nicht nur die Auswahl ist groß, auch die Portionen. Vor allem die Eisportionen, die hier verspeist werden. Danach geht's wieder in den voll klimatisierten Bus zurück, mit dem wir auf Landstraßen kleine Ortschaften durchqueren, die schon fast kitschig amerikanisch herüberkommen: Holzhäuser mit Veranda, kleine Vorgärten, Wassertanks mit den Namen der Orte und immer wieder US-Flaggen. Außerhalb der Ortschaften hingegen sehen wir große Anwesen mit langen Auffahrten und dort geparkten Pickup Trucks, riesige Felder sowie ab und an Einsiedlerhöfe. Dass die Amerikaner sich als Gods Chosen People verstehen und Religion eine wichtige Rolle spielt, erkennt man bei genauem Hinsehen aus dem Bus heraus an der Vielzahl von Kirchen, die mit ihren Reklameschildern Werbung machen für den nächsten Gottesdienst machen oder einen biblischen Spruch für die Vorbeifahrenden bereithalten. Je weiter wir fahren, desto mehr verändert sich die Landschaft und die Menschen und deren Gefährte, die uns begegnen. In Indiana angekommen sehen wir die ersten Pferdekutschen auf den Strassen, die auf die in der Gegend lebenden Amish, Hutterer und Mennoniten hinweisen, die wir morgen besuchen werden. Die Kutschen haben sogar ein Nummernschild 😊. Den letzten Stop den wir vor unserem Hotel noch einlegen ist in Wolcottville. Hier hat die Familie Cook vor gut 25 Jahren eine Bisonfarm aufgebaut, die noch einen Ableger in North Dakota hat. Hier züchtet die Familie die einstigen Könige der Prärie auf großen Weideflächen, auf denen wir den Tieren näher kommen – und mit näher kommen meine ich auf Tuchfühlung gehen. Wir sitzen auf einem nach allen Seiten offenen Wagen, der von einem alten Traktor aus dem Jahr 1939 gezogen wird und können die Bisons von dort aus füttern. Mit ihren langen Zungen, die so rau wie Schmirgelpapier sind, holen sie sich das Futter direkt aus unseren Händen. Mindestens genauso gut wie das Füttern gefällt uns auch das anschließende Essen: die Bisonburger sind mega lecker und können von uns in der stylischen Scheune des Hofes individuelle zusammengestellt warden. Auch der kleine Souvenirshop, wo gleich mehrere kleine Bisons als Erinnerung erworben werden, erfreut sich großer Beliebtheit. Als die Sonne langsam untergeht, fahren wird mit dem Bus unsere letzten 19 Meilen des Tages direkt am Seeufer des Adam’s Lakes entlang, an dem viele idyllische Wochenendhäuser stehen. Ein tolles Fleckchen Erde.


Kommentare

Mit 0 von 5 Sternen bewertet.
Noch keine Ratings

Rating hinzufügen
bottom of page